
Sprache: Das kubanische Spanisch ist eine Variation des Spanischen, welches in Kuba verwendet wird. Es ist ein Subdialekt des karibischen Spanisch mit kleineren regionalen Besonderheiten, speziell bei der Intonation, zwischen den westlichen und den östlichen Regionen der Insel. Wegen seiner für andere spanisch sprachigen Muttersprachler häufig unverständlichen Aussprache wird es auch scherzhaft Cubañol genannt.
Die Geschichte des kubanischen Spanisch ist sehr wichtig für das Verständnis der Entwicklung der verschiedenen Hispano-amerikanischen Dialekte. Kuba war zusammen mit Santo Domingo, der historische Name der Insel Hispaniola, und Puerto Rico die ersten amerikanischen Gebiete, in denen spanische Kolonisten lebten und von wo aus sie erste Expeditionen zum Kontinent unternahmen. In der Vergangenheit siedelten viele Kolonisten auf den karibischen Inseln, bevor sie endgültig auf das kontinentale Festland übersiedelten. Dadurch übernahmen sie mal mehr, mal weniger einige linguistische Besonderheiten des karibischen Raums.
Diese charakteristischen Eigenschaften des karibischen Spanisch wurden durch die ersten Emigrationswellen von Spaniern geprägt, die ihren Ursprung in Andalusien oder den Kanaren hatten, was die Affinität des karibischen Spanisch mit dem in Südspanien gesprochenen erklärt: Der Seseo (die gleichartige Aussprache der Konsonanten /s/ und /z/) genau so wie das Verschlucken des -s bzw. des -n am Wortende, das weiche j oder die Nichtexistenz der 2. Person Plural vosotros sind sprachliche Charakteristiken, die mit den Besonderheiten sevillanischen bzw. des Südspanischen verwandt sind.
Kubanische Musik
In Kuba sind zahlreiche Musikstile und Tänze entstanden, die z. T. international Verbreitung fanden. Zu ihnen gehören der Son, der Mambo, die Salsa, der Danzón, die Rumba, der Cha Cha Cha und die alte und neue Trova (Nueva Trova).
Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA während des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Nach 1945 wurde kubanische Musik auch in Westafrika sehr beliebt und beeinflusste den Highlife. Zunehmenden Einfluss gewinnt weltweit der Reggaeton, moderne kubanische Musik meist jugendlicher Gruppen. Seinen Ursprung hat der Reggaeton in Puerto Rico und Panama. Einige dieser Hits mit meist schlüpfrigen Texten tauchen neuerdings sogar in europäischen Charts auf.
Tanzschulen
Im folgenden sind renommierte Schulen aufgelistet, die Tänzer ausbilden:
Conjunto Folklórico Nacional de Cuba.
Escuela de Tropicana.
ENIA - Escuela Nacional de Instructores de Arte.
ISA - Instituto Superior de Arte.

Kubanischer Film
Vor der Revolution von 1959 gab es auf Kuba keine eigenständige Filmproduktion. Die wenigen Filme, die auf Kuba produziert wurden, ahmten den Stil US-amerikanischer Produktionen nach. Es gab allerdings in Havanna zahlreiche große „Filmpaläste“, in denen alle international bekannten Filme vorgeführt wurden. Andererseits hatten viele Kubaner in den ländlichen Regionen der Insel niemals einen Film gesehen.
Erst in den 1960er Jahren entstand eine eigenständige kubanische Filmproduktion. Am 24. März 1959 wurde aufgrund eines Gesetzes, das mit den Worten „Film ist Kunst“ beginnt, das Kubanische Filminstitut ICAIC gegründet. Bis 1970 bestand die Filmproduktion allerdings hauptsächlich aus Dokumentar, Zeichentrick und Lehrfilmen. Der 1964 in Kuba gedrehte Film Soy Cuba war zwar eine sowjetisch-kubanische Koproduktion mit Micheil Kalatosow als Regisseur, die ausschließlich kubanischen Filmschauspieler und Mitarbeiter des Films gehören jedoch im weiteren Verlauf zu den Begründern eines eher vom französischen und italienischen Avantgarde-Film beeinflussten, dann aber sehr eigenständigen kubanischen Filmstils. Regisseure wie Tomás Gutiérrez Alea (Tod eines Bürokraten – Muerte de un Burócrata, 1964) führten nicht nur unter Cineasten zu einer internationalen Anerkennung des kubanischen Films. 1977 produzierte das ICAIC bereits innerhalb eines Jahres 10 abendfüllende Filme und 61 Kurzfilme. Bis zur Wirtschaftskrise zu Beginn der 1990er Jahre war die kubanische Film- und Fernsehproduktion ausgesprochen produktiv, musste dann jedoch aufgrund von Geldmangel so zurückgefahren werden, dass in den 1990er Jahren fast nur noch vom Ausland, besonders von Spanien finanzierte Filme hergestellt wurden, was sich auch in den veränderten Inhalten widerspiegelt. Erst neuerdings gibt es wieder eine eigenständige kubanische Filmproduktion, die mit Streifen wie Suite Habana (Regie: Fernando Pérez, 2003) die besten Traditionen des kubanischen Films fortsetzt. Bemerkenswert ist der für einen Oscar nominierte Film Erdbeer und Schokolade nach einer Kurzgeschichte von Senel Paz, der gekonnt das Thema Homosexualität in der kubanischen Gesellschaft thematisiert.
Gegen Ende der 1990er Jahre wurde durch den Film Buena Vista Social Club von Wim Wenders eine echte Kuba-Welle ausgelöst. Neben der bis dahin schon international verbreiteten modernen kubanischen Musik wurde nun wieder die Musik der 1940er Jahre zum Exportschlager. Der Film berichtet über die Arbeit von Ry Cooder mit einer Gruppe von kubanischen Musikern, die fast alle bereits das Rentenalter erreicht hatten.
Seit 1986 gibt es die von Gabriel García Márquez mit begründete Internationale Hochschule für Film und Fernsehen in San Antonio de los Baños, an der Studenten aus aller Welt, besonders aber Lateinamerikaner und auch Kubaner ausgebildet werden. Unverzichtbar für Filmfreunde ist der Besuch des alljährlich stattfindenden Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano de La Habana, welches einen guten Einblick in die Welt des lateinamerikanischen Films ermöglicht. Kubanische Musik und Kubanische Tänze sind mittlerweile überall auf der Welt zu finden. Vor allem Jugendlichen begeistern sich für die Kubawelle. Zu sehen ist dies auch an Filmen wie Dirty Dancing Havanna Nights und Havanna Blues.