Medien: Durch die Wirtschaftskrise von 1993 bedingt ist das umfangreiche Angebot, das es an Printmedien (Zeitungen und Bücher) und Kinos auf Kuba gab, sehr stark zurückgefahren worden, während andere Medien wie Fernsehen und Internet, wenn auch nicht in gleichem Maße, zugenommen haben. Die kubanischen Medien (medios de difusión masiva) sind Staatseigentum nach Kapitel VI Art. 52. der Verfassung von 1976. Das gesamte Medienwesen dient entsprechend auch der Propaganda des Staates.

Presse

Die kubanische Presse steht unter alleiniger Kontrolle der Regierung, der Kommunistischen Partei Kubas und der kommunistischen Massenorganisationen (Gewerkschaften, Frauenföderation etc.). Den größten Verbreitungsgrad haben folgende kubanische Zeitungen, die alle auch über eine teilweise mehrsprachige Internet-Version verfügen. Die Zeitungen und Zeitschriften haben trotz ihrer nur allmählich wieder steigenden Auflagen sehr viele Leser, da sie in der Regel in der Nachbarschaft systematisch untereinander ausgetauscht werden und eine faktische Monopolstellung haben.

Granma (Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kubas PCC)
Juventud Rebelde (Organ der Kommunistischen Jugend UJC)
Trabajadores (Zeitung des Gewerkschaftsverbandes CTC)
Bohemia (Wochenzeitschrift)

Unabhängiger Journalismus wird konsequent verfolgt. Insbesondere Berichte über die Lage auf Kuba oder deren Weitergabe an ausländische Medien ist strengstens untersagt. Kritische unabhängige Journalisten publizieren ihre Texte auf ausländischen Internetseiten wie CubaNet. Auf der anderen Seite bemüht sich die Regierung auch zu verhindern, dass sich Bürger aus kubakritischen Quellen informieren können; so dürfen keine ausländischen Publikationen empfangen werden, Radio Martí, ein Radiosender der US-Regierung in spanischer Sprache, wird teilweise gestört und Internetseiten werden gefiltert.

Fernsehen

Es gibt auf Kuba drei staatliche Fernsehsender, die von der gesamten Bevölkerung empfangen werden können. Einer davon ist ein reiner Kultur- und Bildungssender. Nahezu alle kubanischen Haushalte verfügen über, allerdings mitunter sehr alte, Fernsehgeräte. Seit Mai 2005 ist die Auslandsversion des kubanischen Fernsehens Cubavisión über Astra (Satellit) auch in Europa zu empfangen. Seit Juli 2005 strahlt der Satellitensender teleSUR sein Programm für Lateinamerika aus, an dem Kuba mit 19% Einlage beteiligt ist.

Radio

Neben zahlreichen Radiosendern mit gemischten Programmen und reinen Musiksendern gibt es den viel gehörten Kanal Radio Reloj (Radio Uhr) mit ständiger Zeitansage und mehr oder weniger gefilterten 24-stündigen Tickermeldungen aller internationaler und nationaler Nachrichtenagenturen. Ausländische Sender können frei empfangen werden (mit Ausnahme des zeitweise gestörten US-Propagandasenders Radio Martí).

Internet

Seit der Wirtschaftskrise von 1993 setzt die kubanische Regierung verstärkt auf das Internet als Kommunikationsmittel. Mit Hilfe der UNESCO wurde bereits 1994 ein Backbone für die ganze Insel installiert, der zunächst einmal speziell für die Anbindung der Ärzte an aktuelle nationale und internationale medizinische Datenbanken gedacht war. Jeder kubanische Arzt hat, soweit er über einen Computer verfügt, Zugangsmöglichkeiten zu diesem System, das über Gateways auch den beschränkten Zugang zu internationalen Informationsquellen und die freie Verwendung von E-Mail-Diensten ermöglicht. Des Weiteren gibt es Internetzugänge in Schulen, Betrieben, Post und auch in privaten Haushalten. Privatzugänge müssen beantragt werden und sind so teuer, dass die breite Masse der Bevölkerung von ihnen ausgeschlossen bleibt. Praktisch kommt er nur für Besitzer von Devisen in Frage. Die Partei hat dutzende regimekritischer Web-Sites gesperrt, so das sie von Kuba aus nicht erreichbar sind.

Die Ausstattung aller Schulen mit Computern und die Internet-Nutzung in vielen kubanischen Betrieben führen seit dem Jahr 2000 zu einem stetig ansteigenden internationalen Kommunikationsverkehr besonders über E-Mail. Der E-Mail-Datenverkehr wird allerdings überwacht.

Für einen Touristen kostet eine Stunde im Internetcafé zwischen 6 und 10 Peso convertible (Dollar).

Radio Marti

Radio Martí ist ein von der US-amerikanischen Regierung (Broadcasting Board of Governors) finanzierter Sender mit Sitz in Miami, der Radiosendungen in spanischer Sprache für Kuba ausstrahlt. Der 1983 von Präsident Ronald Reagan auf Drängen von Jorge Mas Canosa gegründete Sender, dessen Aufgabe es ist "den Kommunismus zu bekämpfen", strahlt heute ein 24-stündiges Radioprogramm auf Kurz- und Mittelwelle aus. Im Jahr 1990 wurde TV Martí gegründet, mit dem Auftrag ein Fernsehprogramm für Kuba zu produzieren.

In der 80er Jahren plante die US-Regierung als Reaktion auf Radio Habana Cuba einen Radiosender Radio Free Cuba zu gründen, der nach dem Vorbild von Radio Free Europe/Radio Liberty arbeiten soll und zum Sturz Fidel Castros beitragen soll. Seitens nordamerikanischer Sender und der Radioindustrie regte sich heftiger Widerstand gegen diese Pläne. Man befürchtete heftige Vergeltungsmaßnahmen Kubas, in Form von Interferenz-Störungen kubanischer Radiostationen gegen Mittelwellensender in Florida. Schon in der Vergangenheit belegten kubanische Sender die Frequenzen US-amerikanischer Radiosender, um auf diese Weise ihr Programm in Kuba unhörbar zu machen. Die US-Regierung argumentierte erfolgreich dagegen, dass kubanische Drohungen nicht das hohe Gut und das Recht auf freie Meinungsäußerung hindern dürfen.

So startete am 20. Mai 1985 ein spezielles Radioprogramm für Kuba aus den USA. Der Sendestart markiert den 20. Mai 1902, den Unabhängigkeitstag Kubas von der spanischen Kolonialherrschaft und Beginn der bis 1959 von den USA dominierten kubanischen Republik. Die Station hieß schließlich nicht Radio Free Cuba, sondern wurde nach dem Freiheitshelden José Martí benannt. Dieser kubanische Schriftsteller, der für die Unabhängigkeit seines Landes von der spanischen Kolonialherrschaft und gegen den Einfluss der USA auf Lateinamerika kämpfte, spielt heute in den lateinamerikanischen Ländern eine große Rolle. Nach ihm sind heute zahlreiche Plätze und Straßen in Kuba benannt.

Radio Martí sendet heute über Kurzwellensender des International Broadcasting Bureau in Delano, Kalifornien, Greenville/North Carolina und einem Mittelwellensender in Marathon (Florida). Kuba stört die Sendungen auf Mittelwelle, die Kurzwellenprogramme sind in ganz Mittel- und Südamerika zu hören. Zurzeit beschäftigt Radio Martí ca. 100 Mitarbeiter und verfügt über ein Budget von 15 Mio. US-Dollar. Der Programmauftrag von Radio Martí ist, nach eigenen Angaben, einen "Kontrast zu kubanischen Medien zu bieten und seinen Hörerinnen und Hörern eine unzensierte Sicht auf die aktuellen Ereignisse zu liefern". Ehemalige politische Gefangene, Menschenrechtsaktivisten, Immigranten und Exilkubaner kommen in den Sendungen zu Wort. Samstags wird eine spanische Version der Ansprache des US-Präsidenten und die Antwort der Opposition gesendet.

Um die Effektivität der Sendungen wird stets gestritten. Wie in Zeiten des Kalten Krieges ist es nicht möglich, Hörerumfragen und Höranalysen durchzuführen. So lässt sich die Anzahl der Hörer zu ungenau schätzen und man ist auf Einzelaussagen von Auslandsreisen angewiesen. Je nachdem welchen Kubaner man fragt, hören "alle" oder "niemand" zu. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre, mussten alle US-Auslandsdienste mit Ausnahme von Radio Martí/TV Martí Budget-Kürzungen hinnehmen. Mitte der 90er Jahre zog der Sender ganz nach Miami um. Er war damit dem Zielgebiet näher und unterstrich damit auch seine Eigenständigkeit gegenüber der Voice of America, in deren Studios die Sendungen vorher produziert wurden.