
Auf Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen, davon über 2 Mio. in der Hauptstadt Havanna. Die Bevölkerung wuchs in den letzten 40 Jahren kontinuierlich um rund 1 Mio. je Jahrzehnt. Die Ursachen für das Bevölkerungswachstum liegen in der hohen Lebenserwartung aufgrund der guten medizinischen Versorgung und der geringen Kindersterblichkeit von 6,33 Kinder je 1000 Geburten als der zweitniedrigsten in Amerika nach Kanada. Damit wird die mit 1,6 Kindern pro Frau niedrigste Geburtenrate Lateinamerikas und der zweitniedrigsten der westlichen Hemisphäre nach Kanada kompensiert. Die niedrige Geburtenrate resultiert aus häufigen kostenlosen Abtreibungen aufgrund medizinischer oder sozialer Indikation. Jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen.
Eine Reihe Kubaner emigrierten nach der Revolution in die USA und besonders nach Florida. Einwanderer kommen aus ärmeren karibischen Ländern wie Haiti oder Jamaika.
Tainos die Ureinwohnner
Die Taíno waren ein zu den Arawak gehörendes Volk auf den Großen Antillen – vor der Ankunft der Kariben auch auf den Kleinen Antillen –, dessen Ursprünge im heutigen Venezuela lagen. Auf den karibischen Inseln sind sie nur wenige Jahrzehnte nach der Ankunft der Spanier durch Sklaverei und durch von den Eroberern eingeschleppte Krankheiten, gegen die sie keine Immunabwehr hatten, ausgestorben. Die Taíno hatten eine fortgeschrittene Kultur mit Ackerbau, Baumwoll- und Goldverarbeitung, friedlich und matrilinear organisiert, was es ihnen ermöglicht, sukzessive fast alle Mittelamerika vorgelagerten Inseln ab 700 v. Chr. zu besiedeln.
Der Begegnung mit den ab 800 n. Chr. aus dem heutigen Suriname und Guyana herandrängenden, äußerst aggressiven und kriegerisch überlegenen Kariben hatten die Arawak jedoch nichts entgegenzusetzen, so dass sie bald nur noch Trinidad, die Bahamas, Kuba, Jamaika, Haiti, die Dominikanische Republik und Puerto Rico bewohnten, sowie einige Inseln der Kleinen Antillen. Zum Beispiel waren zur Zeit der spanischen Entdeckungsreisen die Inseln Curaçao und Bonaire von Arawaken bewohnt und die Nachbarinsel Aruba von Kariben.
1492 traf Christoph Kolumbus auf den Westindischen Inseln ein. In seinem Tagebuch schildert er die Arawak (Taíno) als „unschuldig und von einer solchen Freigiebigkeit mit dem, was sie haben, dass niemand es glauben würde, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Was immer man von ihnen erbittet, sie sagen nie nein, sondern fordern einen ausdrücklich auf, es anzunehmen und zeigen dabei soviel Liebenswürdigkeit, als würden sie einem ihr Herz schenken.
Bevölkerungsgruppen
Schätzungen zufolge ist die Bevölkerung etwa zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter Abstammung. Daneben existiert noch eine chinesische Minderheit. Von der indigenen Bevölkerung, den Tainos und Kariben die Arewak sprachen gibt es wenigen Nachkommen, die jenigen sind nur durch die Vermischung mit Spaniern standen. Menschen verschiedener Abstammungen leben heute konfliktfrei zusammen.
Mestize:
Der Begriff Mestize (Spanisch: mestizo) bezeichnet im Deutschen die Nachfahren von Weißen und der indigenen Bevölkerung vor allem Süd- und Mittelamerikas. Der Begriff ist romanischen Ursprungs und kam in der Zeit des Kolonialismus auf. Der heutige Sprachgebrauch unterscheidet sich in verschiedenen Ländern und Sprachen zum Teil erheblich. Im Brasilianischen kann mestiço als „Mischling“ übersetzt werden oder sich speziell auf die Nachkommen europäisch stämmiger und afrobrasilianischer Eltern beziehen. Die größten Bevölkerungsgruppen, die als Mestizen bezeichnet werden, finden sich in Lateinamerika.
Mulatte:
Mulatte ist eine Bezeichnung für Menschen mit einem weißen und einem schwarzen Elternteil beziehungsweise weißen und schwarzen Vorfahren. Im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff rassistisch konnotiert, wird aber aus identitätspolitischen Gründen und um den Begriff nicht auf die rassistische Bedeutung zu reduzieren, auch als Selbstbezeichnung verwendet.
Religionen
Durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden sollte. Als Kubas Hauptreligion gilt neben dem Katholizismus die Santería, eine Mischreligion. Sie basiert auf der animistischen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit christlichen Elementen vermischt. Die tatsächlichen Anhängerzahlen sind schwer zu ermitteln, da sie offiziell nicht erfasst werden. Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erfreut sich die Santería in den letzten Jahren sogar staatlicher Förderung. Die Katholiken bilden die stärkste Religionsgemeinschaft Kubas.
Einigen Schätzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter jedoch auch viele Santería-Anhänger. Andere Schätzungen gehen von höheren Zahlen aus. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich. Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche protestantische Gemeinden entstanden, auch 89.000 Zeugen Jehovas werden inzwischen gezählt. Katholische Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad del Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und der Liebe Ochún steht. Viele Katholiken in Kuba suchen Rat und Heil bei einer Santera, Santero oder einem Babalao und sind praktizierende Anhänger der Santería. Durch die vorgebliche Einheit von katholischen Heiligen mit Aspekten der Götter der Santería sehen sie in ihrem Handeln auch keinen Widerspruch. Die katholische Kirche lehnt die Santería und ihre Praktiken grundsätzlich ab, toleriert aber die Volksfrömmigkeit.
Juden in der spanischen Kolonie Kuba
Die ersten sephardischen Juden kamen bereits 1492 mit Christoph Kolumbus nach Kuba. Dazu gehört nach Aussagen von Kolumbus Luís de Torres (kurz vor der Einschiffung getauft) und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Rodrigo de Jerez. Auch Rodrigo de Triana, der Seemann, der das berühmte "Land in Sicht!" ("Tierra!") rief, war jüdischer Abstammung. Nach der Eroberung Granadas 1492 und dem Abschluss der Wiedereroberung Spaniens durch die katholischen Könige fand die Verfolgung der spanischen Juden (Sephardim) ihren vorläufigen Höhepunkt. Den spanischen Juden blieben nur zwei Möglichkeiten:
Die Auswanderung (meist nach Griechenland oder in die heutige Türkei)
Die formelle Annahme des Christentums (Converso).
Da die zum Christentum konvertierten Juden ihre tradierten Namen durch Ortsbezeichnungen u.a. ersetzen mussten, lässt sich heute aufgrund von spanischen Namen auf Kuba eine, wenn auch nicht sichere, Aussage über die mögliche jüdische Abstammung von Familien treffen. So scheint auch der kubanische Nationalheld und -dichter José Martí jüdischer Herkunft gewesen zu sein.
Viele der unter diesem Zwang konvertierten Juden führten jedoch ihre Religion heimlich weiter fort. Die auch auf Kuba existierende spanische Inquisition machte ein offenes Bekenntnis zum Judentum unmöglich, so dass verlässliche Angaben über die Zahl der Juden auf Kuba bis in die Neuzeit kaum möglich sind. Mehr Informationen gibt es über die sogenannten "neuen Christen", wobei offen bleibt, wie viele von ihnen insgeheim dem jüdischen Glauben treu blieben. Da auch viele portugiesische Juden in die Antillen und nach Kuba auswanderten, wurde der Begriff Portugiese bald zu einem Synonym für Jude. Tatsächlich war ein Überleben für die sephardischen Juden in den spanischen Kolonien einfacher als im Mutterland. Die allgemeine Korruption der spanischen Kolonialverwaltung und auch der Kirche machte es häufig möglich, sich von der drohenden Verfolgung frei zu kaufen. Selbst Ferdinand II. akzeptierte Geldzahlungen von Juden, die sich auf den Antillen niederlassen wollten, eine Regelung, die dann von seinem Enkel Karl V. 1518 annulliert wurde. Bis ins 18. Jahrhundert verweisen Prozessakten der Inquisition auf die Verurteilung von kubanischen Juden, die sich zu ihrem Glauben bekannten. Besonders die kubanische Stadt Remedios scheint einen starken Bevölkerungsanteil jüdischer Herkunft gehabt zu haben. Erst die Gründung der Kubanischen Republik 1902 als säkularer Staat gab den Juden auf Kuba die Möglichkeit zu uneingeschränkter Religionsausübung.
Jüdische Immigration 1933-1945
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland gab es eine Einwanderungswelle aus Deutschland, so dass zwischen 1933 und 1950 ca. 20.000 Juden auf Kuba lebten. Seit 1933 hatte die kubanische Regierung über die Arbeitsgesetzgebung die Einwanderung von Ausländern verhindert. Trotz der strikten Einwanderungsbeschränkungen der kubanischen Regierung gelang es etwa 11.000 jüdischen Flüchtlingen die Nazi-Zeit auf Kuba zu überleben. Ein Teil war aus den USA ausgewiesen worden, wohin sie mit einem Touristenvisum gereist waren. Andere waren direkt nach Kuba gereist, ebenfalls in der Hoffnung von dort aus in die USA zu kommen. Von Kuba aus betrieben sie ihre Einwanderung in die USA. Sie verfügten lediglich über ein Transitvisum, das ihnen vorübergehenden Aufenthalt auf Kuba bis zur Ausreise ermöglichte. Durch Bestechung oder Ausnutzung von Gesetzeslücken gelang es vielen, einen gesicherten Status auf Kuba zu bekommen.
