Die kubanische Infrastruktur durch die Sonderperiode zu Beginn der 1990er schwer getroffen. Durch den Zusammenbruch der UDSSR und des Ostblockes waren kurzfristig keine Ersatzteile mehr verfügbar und Treibstoff konnte nur noch auf dem Weltmarkt gegen Devisen beschafft werden. Der öffentliche Verkehr mit Zügen und Bussen musste deshalb stark eingeschränkt werden. Folgende Strategien wurden entwickelt:

Einweiser an wichtigen Knotenpunkten, die Fahrzeuge mit der maximal möglicher Personenzahl besetzen.
Umstellung auf ökologische Transportmittel wie Fahrradrikschas (Bici-Taxi) und Pferdekutschen.
Nachrüstung von Fahrzeugen mit spritsparender (manueller) Schubabschaltung.
Einsatz von durch Zugmaschinen gezogenen zum Personentransport umgebauten Auflieger (Camello).
Schienenverkehr.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrocarriles de Cuba betreibt das einzige Eisenbahnnetz auf einer karibischen Insel. Es gehört zu den ältesten weltweit (seit 1836) und umfasst ca. 4000 km (ohne Strecken für Zuckertransport), siehe Artikel zur Eisenbahn auf Kuba.

Straßenverkehr

Kuba verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, welches durch den geringen Motorisierungsgrad nur schwach befahren ist. Überlandbusse werden durch die Unternehmen Astro und Viazul betrieben.

Flugverkehr

Die kubanischen Fluggesellschaften Cubana, Aerogaviota und Aero Caribbean betreiben vom Flughafen Havanna José Martí als Drehkreuz aus ein dichtes Netz aus Inlandsflügen, sowie Auslandsflügen z.B. nach Kanada, Mexiko und Spanien.

Schifffahrt

Die Bedeutung der Schifffahrt beschränkt sich auf Fährverbindungen zur Isla de la Juventud und weiteren vorgelagerten Inseln, sowie Fähren über die Hafenbuchten von Cienfuegos und Havanna.

Energie

Die Energieversorgung beruht vor allem auf fossilen Brennstoffen. Die maximale Gesamtleistung aller Kraftwerke Kubas beträgt ca. 3800 MW, der Strombedarf zu Spitzenlastzeiten liegt bei ca. 2500 MW. Da seit der Energiekrise in den 90ern konsequent in leichter regelbare kleinere Kraftwerke investiert wurde, reicht dies theoretisch für eine zuverlässige Stromversorgung aus. Durch den schlechten Zustand des Verteilernetzes kommt es jedoch immer noch zu Stromausfällen.

Das Jahr 2006 wurde auf Kuba zum „Jahr der Revolution in der Stromversorgung“ erklärt. Neben der Verbesserung der Stromversorgung zielt die Kampagne auf Energieeinsparung. Flächendeckend wurden alte Glühbirnen durch moderne Energiesparlampen ersetzt. Kubanern wurde die Möglichkeit gegeben, zu Sonderpreisen und mit Hilfe zinsloser Kredite alte Elektrogeräte, wie Kühlschränke, durch effizientere mit geringerem Verbrauch zu ersetzen. Der Stromverbrauch konnte so erheblich gesenkt werden. Das Programm inspirierte die australische Regierung, auf ähnliche Maßnahmen zu setzen

In den nächsten Jahren der "Revolution in der Stromversorgung" soll insbesondere das Verteilernetz verbessert werden. In abgelegenen Dörfern wird aber auch auf alternative Energieformen wie Biogas und Solarenergie gesetzt.

Gleichzeitig sollen ineffiziente alte Kraftwerke ersetzt werden. Dabei soll die begonnene Nutzung von Erdgas, welches bei der Ölförderung in Kuba als Nebenprodukt anfällt, ausgeweitet werden.

Zusätzlich laufen erste Projekte zur Nutzung der Windenergie. Seit Februar 2007 speist eine vom französischen Hersteller Vergnet gelieferte, 3,4 Mio. Doller teure Pilotanlage östlich von Nueva Gerona auf der Insel der Jugend insgesamt 1,65 MW ins Netz ein. Aufgrund der hohen Gefahr durch Tropenstürme können die je 275 KW starken Generatoren automatisch zu Boden gesenkt werden. 2007 wird möglicherweise auch der Windpark Girbara im östlichen Teil der Provinz Holguín mit sechs spanischen 850KW-Windrädern (Gesamtleistung 5,1 MW) in Betrieb genommen. Eine Erweiterung mit sechs chinesischen Windrädern ist geplant.

Telekommunikation

Das italienisch-kubanische Joint Venture der ETECSA baut ein modernes Telekommunikationsnetz in Kuba auf. Größere Orte verfügen über ein Telegraphenamt mit Internetarbeitsplätzen, wo für Kubaner die Möglichkeit besteht, gegen Entgelt E-Mails ins In- und Ausland zu versenden sowie im kubanischen Intranet zu surfen. E-Mail-Versand ins Ausland muss in CUC bezahlt werden.

Das Mobilfunknetz (Kennung C_Com) deckt alle größeren Orte ab. Roaming ist für Vertragskunden deutscher Mobilfunkanbieter möglich.