Offiziell besteht eine umfassende Umweltschutzgesetzgebung, doch unabhängige Umweltschutzorganisationen fehlen. So ist die Überwachung der Einhaltung staatlichen Stellen vorbehalten.

Der umfangreiche Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft wurde durch den Mangel an importierten Düngemitteln eingeschränkt. Kuba ist dadurch führend im Einsatz von Eigenentwickelten ökologischen Pflanzenschutz geworden. Rohstoffknappheit bedingt auch die geringe Verwendung von Verpackungsmaterialien und die hohe Recyclingkoute. Kuba ist daher das Land mit der besten ökologischen Bilanz im Verhältnis zum Lebensstandard.

Erneuerbare Energieträger

Die kubanische Stromversorgung beruht vornehmlich auf thermischen Kraftwerken, die mit Erdöl, Erdgas oder Bagasse (= Biomasse) befeuert werden sowie auf kleinen Wasserkraftanlagen.“ Gleichwohl setzt Kuba schon seit längerem auch auf erneuerbare Energieträger.
Bereits 1993 und somit auf dem Höhepunkt der kubanischen Energiekrise wurde durch den Ministerrat und die nationale Volksversammlung das Programm zur Entwicklung einheimischer Energiequellen (Programa de Desarrollo de las Fuentes Nacionales de Energía) auf den Weg gebracht, das einen Schwerpunkt auch auf die Ausnutzung erneuerbarer Energiequellen setzt. Das Programm betont insbesondere die Rolle der Biomasse, unterstreicht jedoch auch die Notwendigkeit anderer Energieformen. Die Umsetzung des weiterhin gültigen Programms untersteht dem Wirtschafts- und Planungsministerium (Ministerio de Economía y Planificación), wobei auch andere staatliche und nicht-staatliche Institutionen einbezogen sind.

Im November 1994 wurde die kubanische Gesellschaft zur Entwicklung erneuerbarer Energiequellen und zum Umweltschutz gegründet (Sociedad Cubana para la Promoción de las Fuentes Renovables de Energía y el Respeto Ambiental – CUBASOLAR), die mittlerweile wesentliche Funktionen bei der Vermittlung von Kenntnissen und Informationen zu erneuerbaren Energien und in der Kooperation und Projektentwicklung mit ausländischen Partnern einnimmt.

Als weitere Maßnahme wurde durch das Ministerium für berufliche Bildung (Ministério de Educación Superior) und mit Hilfe von CUBASOLAR die Technische Universität für Erneuerbare Energien (Universidad Técnica de Energías Renovables (UTER) zur Ausbildung von Fachleuten gegründet.

Wasserkraft

Klein- und Kleinstwasserkraftanlagen versorgen vor allem Dörfer in den Bergregionen mit Strom. Das Potenzial wird auf 25 MW geschätzt, verteilt auf 400 Standorte. Mehr als 200 dieser Standorte werden bereits zur Versorgung von etwa 30.000 Einwohnern sowie gemeinschaftlichen Einrichtungen genutzt 172. Allerdings ist aufgrund der limitierten Kapazitäten und des fluktuierenden Wasserdargebots die Stromabnahme pro Haushalt häufig stark begrenzt. Die restlichen 200 Standorte sollen vornehmlich unter Verwendung im Land produzierter Anlagen erschlossen werden.

Biomasse

Neben Wasserkraft ist die Nutzung von Biomasse für Energiezwecke traditionell in Kuba verankert und trägt einen erheblichen Anteil zur Energiebilanz bei. Hierfür stehen in erster Linie die mehr als 100 Zuckerfabriken, die ihren Energiebedarf an Wärme und Elektrizität seit langem durch Verbrennen von Bagasse abdecken. ... Studien sehen vor, die Erzeugungskapazität für Biomasse aus dem Zuckerrohranbau bis 2010 um 500 MW zu steigern. Bis zum Jahr 2022 wird sogar die Möglichkeit einer vollständigen Stromversorgung alleine auf der Basis dieser Biomasseform ins Feld geführt.

Photovoltaik

Kuba hat in den letzten Jahren ein ländliches Elektrifizierungsprogramm auf der Basis von Photovoltaik gestartet, zu dem Nichtregierungsorganisationen und internationale Geber beitragen. Angestrebt wird insbesondere die Versorgung der 700 Gesundheitsstationen in netzfernen Regionen im Rahmen eines Sonderprogramms (Programa de Electrificación Fotovoltaica a las Casas Consultorios del Medico de la Familia) und eine Grundausstattung für private Häuser (Solar Home Systems für Beleuchtung und Kommunikation).
Bis 2000 wurden etwa 240 Gesundheitsposten mit PV-Systemen ausgestattet, ferner abgelegene Krankenhäuser, Schulen und Dörfer. Bis 2001/2002 sollten alle netzfernen 1800 Grundschulen eine solare Stromversorgung erhalten. Zur Kostenverringerung ist Kuba bemüht, eine eigene Fertigung von Solarzellen und –modulen zu starten (durch die Firma Industria Electrónica de Pinar del Río).

Windkraft

Kuba hat eine lange Tradition beim Betrieb von windgetriebenen Wasserpumpen aus eigener Fertigung. Von etwa 9.000 installierten Anlagen befinden sich schätzungsweise 6.500 noch in Betrieb. ... 1999 wurden als Entwicklungshilfeprojekte zwei Windkraftanlagen von je 225 kW auf der Insel Turiguanó in der Provinz Ciego de Ávila errichtet, die jährlich rd. 1.000 MWh Strom erzeugen sollen. Im selben Jahr wurde in Cabo Cruz in der Provinz Granma eine Anlage von 10 kW aufgestellt. Alle diese Anlagen speisen den erzeugten Strom in das öffentliche Versorgungsnetz ein. In 2000 wurde in Cayo Romano eine autonome Wind-Diesel-Hybridanlage mit 10 kW in Betrieb genommen.

Im April 2001 kündigte CIES die Errichtung von zwei Windkraftanlagen in abgelegenen ländlichen Kommunen im Osten des Landes (Provinz Guantánamo) an. In einem Fall sollte ein Wind-Diesel-Hybridsystem zum Einsatz kommen, im anderen Fall eine 50 kW-Anlage in das vorhandene lokale Netz einspeisen und zur Versorgung sozialer und gemeinschaftlicher Einrichtungen beitragen. Beide Vorhaben werden von der spanischen Stiftung LEIA unterstützt."

Naturschutz

Seit der Teilnahme Kubas an der Konferenz von Río 1992 und mitbestimmt durch die weltpolitischen Veränderungen ist in der aktuellen kubanischen Umweltpolitik eine Umorientierung unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsprinzips in allen Dimensionen zu beobachten. Im Rahmen des Reformkurses der kubanischen Regierung wurde im Jahre 1999 ein landesweites System von Schutzgebieten (Sistema Nacional de Áreas Protegidas – SNAP) eingerichtet, dessen Kern die 14 Nationalparks des Landes bilden.

Ökolandbau

Der Zuckerrohranbau auf Kuba verzichtet weitgehend auf Pflanzenschutzmittel. Devisenmangel hielt die Bauern bisher vom Kauf teurer Chemikalien ab. Eine Nische, wie gemacht für den Biolandbau. Eine Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft hilft bei der Umstellung. Einheimische Ökoberater haben bereits den Anbau und den professionellen Vertrieb weiterer hochwertiger Naturprodukte im Blick.

Nickelbergbau

Besondere Umweltprobleme verursacht der Nickelbergbau im Gebiet Moa an der Nordostküste durch ungenügend behandelte kontaminierte Rückstände. Das Alter vieler Betriebe bedingt einen geringen Umweltschutzstandart und eine mangelhafte Entsorgung von Industrieabfällen.

Nationalparks

Zum Schutz besonderer Ökosysteme wurden eine Reihe von Nationalparks eingerichtet. Die Fläche natürlichen Waldes hat so entgegen des weltweiten Trendes seit 1990 zugenommen.